Brettspiele

Ich liebe Brettspiele. Am meisten solche, bei denen man sein Köpfchen anstrengen muss.

 

Zurzeit komme ich leider nicht ganz so oft dazu, weil ich die Brettspiele nur dann aus dem Schrank hole, wenn mein Sohn schläft. Aber irgendwann werden meine Kleinen ja aus dem Alter raus sein, in dem man das Spielmaterial vor ihrem Entdeckerdrang beschützen muss, und zu würdigen Mitspielern herangewachsen sein - und wehe, sie begeistern sich nicht für Brettspiele.

 

Auf dieser Seite möchte ich Euch die Spiele vorstellen, die mir besonders gefallen. (Diese Auflistung ist noch nicht abschließend und wird mit der Zeit fortgesetzt.)

 

"Caverna - Die Höhlenbauern" von Lookout Games

Bei "Caverna" schlüpft jeder Spieler in die Haut einer Zwergenfamilie, welche ihre Höhle ausbaut und die davor liegenden Wälder in Äcker und Weiden umwandelt. Dabei bastelt jeder auf seinem eigenen Spielplan, aber man kann sich trotzdem gehörig in die Quere kommen.

 

Ich mag auch das Vorgängerspiel "Agricola" sehr, aber "Caverna" ist noch toller, da es vielseitiger und weniger glückslastig ist sowie eher Fehler verzeiht. Beide Spiele sind auch optisch sehr ansprechend mit ihren vielen kleinen Holzfiguren und hübsch bedruckten Spielplänen (siehe Foto).

Foto von dem (teilweise) ausgebauten Spielplan eines Spielers bei "Caverna" (Lookout Games)
Foto von dem (teilweise) ausgebauten Spielplan eines Spielers bei "Caverna" (Lookout Games)

"Robinson Crusoe - Abenteuer auf der verfluchten Insel" von Pegasus Spiele

Dieses Spiel gehört meinem Bruder, weshalb er es oft mit mir spielen muss, wenn wir uns mal sehen ;-)

 

Hier kann man nur gemeinsam gewinnen oder in den meisten Fällen wohl eher verlieren. Es gibt verschiedene Szenarien, z.B. das Überleben auf einer einsamen Insel bis zu einem bestimmten Tag. Man kann die Insel erkunden, Ressourcen sammeln, auf die Jagd gehen, den Unterschlupf (aus)bauen und/oder nützliche Gegenstände zusammenzimmern.

 

Ein enormer Minuspunkt bei diesem Spiel ist das katastrophale Regelheft - und ich lasse mich von umfangreichen Regeln nun wirklich nicht abschrecken. Auf den ersten Blick sieht es zwar übersichtlich aus, aber die Dinge stehen oft nicht dort, wo man sie erwartet, was ein schnelles Nachschlagen nahezu unmöglich macht. Letztlich bin ich nur mit Regelerklärungen von Youtube durchgestiegen, aber es hat sich gelohnt.

 

Das Spiel selbst ist nämlich großartig und hat einen hohen Schwierigkeitsgrad, den man aber ein wenig anpassen kann. Es stellt einen oft vor harte Entscheidungen, über die man sich dann in der Gruppe den Kopf zermatert. Es gibt vieles zu bedenken und man kann sich leicht verzetteln. Vor allem aber schafft es eine ganz besondere Atmosphäre - man will unbedingt den Gefahren dieser Insel trotzen.

 

"Doom" vom Heidelberger Spieleverlag

Dieses Spiel konnte ich noch ergattern, ehe es vom Markt genommen wurde. Ich mag zwar weder den dazugehörigen Film und auch das PC-Spiel hat mich nie gereizt, aber das Brettspiel klang ziemlich interessant.

 

Ein Spieler steuert die Monster und ein bis drei Spieler die Marines, deren Ziel es ist, sich durch verschiedene Gänge und Räume zu einem bestimmten Punkt zu begeben und dabei irgendwie am Leben zu bleiben. Der Spieler, der die Monster steuert, will das natürlich verhindern. Der Monster-Spieler ist auch derjenige, der die Regeln für das Szenario vorliest und neue Räume aufbaut, sobald die Marines eine Tür öffnen.

 

Das Spiel hat einen extrem hohen Schwierigkeitsgrad für die Marines, der sich ein wenig anpassen lässt. Leicht wird es dadurch trotzdem nicht: Die Munition ist dermaßen knapp, dass man sich zweimal überlegt, ob man wirklich schießt oder lieber mit der Faust zuschlägt, Waffen können zerstört werden, man kann sich fiese Krankheiten einfangen und besonders schön sind immer die Momente, wenn der Monster-Spieler einem mitten in der Bewegung sagt: "Bleib jetzt mal da stehen." Dann kommt nämlich eine Überraschung und selbstverständlich keine schöne.

 

Der einzige (für mich momentan aber große) Nachteil ist, dass die einzelnen Runden sehr lange dauern. Für eine Runde kann man locker vier Stunden einplanen. So viel Zeit habe ich einfach nicht am Stück, ohne dass mein Söhnchen dazukommt und versucht, den Monstern die Beine abzubrechen.

 

"Descent - Die Reise ins Dunkel (2. Edition)" vom Heidelberger Spielverlag

Dieses Spiel läuft nach einem ähnlichen Prinzip ab wie "Doom" - einer steuert die Monster und die anderen Spieler die Helden. Beide Seiten bekommen unterschiedliche Ziele für die jeweiligen Szenarien. Im Gegensatz zu "Doom" können die Helden bei "Descent 2" aber nicht sterben und ein einzelnes Szenario lässt sich auch vergleichsweise flott spielen (nur etwa ein bis zwei Stunden). Der Schwierigkeitsgrad variiert von Szenario zu Szenario - manche sind für den Bösewicht kaum zu gewinnen, einige für die Helden sehr schwer und andere recht ausgewogen. Es hängt natürlich auch stark davon ab, welche Helden und Monster die Spieler wählen.

 

Im Grunde ein sehr schönes Spiel, aber ich würde wirklich gerne mal wieder die Helden steuern. Wie bei "Doom" sollte nämlich immer der Spieler den Bösewicht übernehmen, der das Spiel am besten kennt - und das bin meistens ich. So lustig es auch ist, einen dicken Drachen so in einer Tür zu platzieren, dass die (meisten) Helden nicht vorbeikommen, so gerne möchte ich die andere Seite austesten.